Jahresabschlussbericht

Diskutiere Jahresabschlussbericht im Smalltalk Forum im Bereich Allgemeines; Etwas mehr als 5 Monate sind inzwischen vergangen, seit wir am späten Nachmittag des 23. Juli 2010 unseren Jeep Grand Cherokee in Empfang nahmen....

  1. #1 Foxhound, 31.12.2010
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    Etwas mehr als 5 Monate sind inzwischen vergangen, seit wir am späten Nachmittag des 23. Juli 2010 unseren Jeep Grand Cherokee in Empfang nahmen. Mit ein paar Gebrauchsspuren, aber nagelneuem Motor versieht er seitdem seinen Dienst als Daily Driver. Als ich mich das erste Mal auf den Fahrersitz schwang, standen 99.642 km auf dem Tacho. Inzwischen stehen dort 112.480 km.

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    Während der bisher 12.838 km in unserem Besitz musste er schon für einiges herhalten: Als Umzugshilfe schleppte er Schränke, zwecks Geburtstagsfeiern schluckte er einen halben Getränkemarkt, er transportierte ohne zu motzen einen 500-Kilo-Bausatz für ein Carport zum Zeltplatz (samt Betonständer), zog ein Wohnmobil aus einem verschneiten Feldweg und zuletzt hatte er nach der Schneenacht vom 24. zum 25.12. seinen großen Auftritt als Hochzeitsauto, das zwischen Zwenkau und Leipzig sämtliche Schneewehen plattmachte.

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    Nun, warum eigentlich ein Grand Cherokee, wenn’s ursprünglich ein Dodge Caliber werden sollte? Ganz einfach: Nachdem ich mich auf das Innenraum-Facelift in Vernbindung mit dem neuen 2.2 Liter Diesel gefreut hatte, stand selbiger schon garnicht mehr zur Debatte, weil er nicht mehr geliefert wird. Und so traurig es wahr, auf ein neues Auto zu verzichten, wollte ich nach über zwei Jahren Rückschlagen, Sparen und Hoffen Chrysler, Jeep und Dodge treu bleiben. Aber was denn nun? Alle Chrysler-Modelle fielen von vornherein flach, ich wollte nun einen Geländewagen. Ein Dodge Ram? Zu breit für die Hofeinfahrt. Dakota? Keine in der Nähe. Durango? Siehe Ram, zu breit. Blieb Jeep, die Legende unter den Offroadern. Aber welchen? Der Wrangler war zu teuer, ebenso wie der aktuelle Cherokee. Der Patriot war hübsch, aber keine Automatik lieferbar. So blieben nur die zwei ganz Dicken: Grand Cherokee und Commander. Wir hatten 23.000 Euro und im Umkreis von 100 km keine große Auswahl. Ein Commander tat es mir an, 4 Jahre alt, 47.000 km, Urlaubsauto eines wintersportbegeisterten aber nun bankrotten Anwalts. Bei der Probefahrt kam die Ernüchterung: Einfahrt breit genug, Carport zu kurz und anbei die Frage: Welches Arschloch hat eigentlich diesen Hof gebaut? Damit blieb nur der Grand Cherokee.

    Und so klopfte ich im März 2010 nach fast genau einem Jahr wieder bei Eulitz Motors in Grimma an. Nach einem 3-Minuten-Telefonat hatte ich einen Grand Cherokee als Vorführwagen und einen Termin. Also fuhr ich nach Grimma. Dort stand ein Traum von einem Grand Cherokee: 65th Anniversary Edition, 3.0 V6 Diesel, Dunkelblau mit beiger Lederaustattung. Dieser "Vorführwagen" entpuppte sich als Werkstattdienstwagen von 2006, also das Arbeitsvieh des Autohauses. Aber nicht das ihr denkt, der war geschliffen, oooh nein. Optisch wie technisch Top mit einer Liste der ausgeführten Inspektionen und Reparaturen im Handschuhfach. Und auf dem Tacho standen 155.780 km. Respekt! Egal, Probefahrt gemacht, begeistert gewesen, weil er ins Carport passte und dann die unvermeidliche Frage:
    "Kann ich den kaufen und was würde er kosten?"
    Antwort des Verkäufers: "Wissen wir noch nicht. Wir bekommen im Juli einen richtigen Abschleppwagen. Ich ruf Sie an."
    Im Juli war er natürlich weg. Na toll, ein blauer Grand Cherokee mit beiger Lederaustattung ist in Deutschland ungefähr soweit verbreitet wie fähige Politker. Aber okay, kann man nix ändern. Also wieder nach Grimma. Da stand nun ein blauer Grand Cherokee Laredo (Einstiegsmodell) mit 54.000 km für 20.590 Euro und ein Limited in Silber mit 99.642 km auf der Uhr für 19.500 Euro. Beide waren von 2005. Der silberne hatte allerdings einen Vorteil: Einen nagelneuen Austauschmotor der erst eine Woche zuvor eingebaut worden war. Auf die neue Maschine gab es 2 Jahre Gewährleistung. Also griffen wir zu!

    Die Abholung am 23.07. war auch so eine Nummer: Ein Kumpel rief mich an:

    Er: „Ich bin oben am Dönerladen. Soll ich dir einen Dürüm mitbringen?“
    Ich: „Keine Zeit, ich hol dann mein Auto ab.“
    Er: „Cool, kann ich mitkommen?“

    Naja, wieso nicht. Er hat mich ja auch seinen Audi (hust, hust …) fahren lassen. Und so schlugen wir zu viert in Grimma auf: Vater, Mutter, Kumpel und ich. Als wir bei Eulitz ankamen, kippte mein Kumpel beim Anblick des silbernen Häuptlings am Eingang erstmal aus den Latschen. Als ich Grand Cherokee sagte, dachte er vermutlich an den alten ZJ aus den Neunzigern. Der Rest lief dann halt ab wie ein Autokauf: Vertrag unterschrieben, Geld auf den Tisch, Schlüsselübergabe, Foto mit dem Schätzchen und ab nach Hause.

    Er versüßt mir tatsächlich jeden Tag, obwohl er bisher ein paar kleine Macken hatte. Aber sowas kommt eben vor. Deswegen heißt es auch GEBRAUCHTwagen und nicht Stationärmodell. Das Schiebestück in der Lenkung wurde auf Garantie getauscht um das Lenkspiel auszumerzen. Am 07. November allerdings dachte ich, er will nicht mehr. Ich stand an der Tankstelle und als ich nach dem Bezahlen den Schlüssel drehte, gab der Dicke keinen Mucks mehr von sich. Und das ausgerechnet an einem Sonntag! Und so ließ ich ihn schweren Herzens huckepack nach Grimma schleppen und gegenüber des Autohauses auf dem Parkplatz abstellen. In einer E-Mail ans Autohaus beschrieb ich das Problem, meine Mutter brachte am Montag die Schlüssel hin. Was war das Problem? Ein ausgehängter Bowdenzug. Kleine Ursache, große Wirkung. Als ich die Automatik auf P stellte, sprang das Ding raus und das Steuergerät dachte die Automatik stünde auf R. Und Startfreigabe bekommt der Motor nur bei P, das ist ein Selbstschutz. Auch dafür mussten wir nichts bezahlen, aus dem einfachen Grund weil selbst die Werkstatt sowas noch nicht erlebt hatte. Zum Verbrauch bleibt zu sagen, das er sich im Augenblick bei 10,3 Liter eingependelt hat .

    Und heute, in den letzten Stunden des Jahres 2010 kann ich nur sagen: Nix schlimmes gewesen, der Jeep schnurrt wie ein Kätzchen, hat die Kraft eines Ochsen auf Doping und ich hasse unseren Hof trotzdem …
     
  2. #2 Billy-the-kid, 31.12.2010
    Billy-the-kid

    Billy-the-kid Lieber Leitwolf als Lemming

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    Ja, was man alles so erlebt mit seinem treuen Automobilgefährten, gelle?

    Das Pärchen auf dem Winterzauber-Hochzeitsbild ist doch aus Thailand oder Hongkong oder? (lustig, die Kontraste)
    Meine Frau sagte neulich, sie hätte mich gar nie geheiratet, wenn sie gewusst hätte, wie kalt die deutschen Winter sind...
    :cool
     
  3. #3 Foxhound, 31.12.2010
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