Hilfe bei Hundeerziehung

Diskutiere Hilfe bei Hundeerziehung im Smalltalk Forum im Bereich Allgemeines; Es sind ja hier auch einige " Herrchen " und " Frauchen " unterwegs. Daher mal eine Frage zur Hundeerziehung. Wir haben einen Pflegehund aus...

  1. #1 jeeptom, 04.08.2012
    jeeptom

    jeeptom Rhein Main Jeeper

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    Es sind ja hier auch einige " Herrchen " und " Frauchen " unterwegs.
    Daher mal eine Frage zur Hundeerziehung.

    Wir haben einen Pflegehund aus Spanien mitgebracht. Der arme kleine Mischling hat scheinbar schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht und ist daher auch sehr ängstlich.
    Dazu kommt jetzt die ungewohnte Stadt mit dem Verkehr und den vielen fremden Menschen. In Spanien war der Hund meist auf einem weiten Feld unterwegs.
    Der Kleine ist mittlerweile meiner Frau und mir gegenüber sehr zutraulich,
    verschmust und anhänglich. Freunden und Verwandten gegenüber ist der Hund zuerst ängstlich und nähert sich nur vorsichtig, wird aber nach einiger Zeit entspannter.

    Auf der Strasse dagegen wird fast jeder Fremde angeknurrt oder ausgebellt. Wobei das Bellen nicht agressiv sondern eher ängstlich klingt.
    Auch ist die Körpersprache ängstlich. Schwanz gesenkt, geduckte Haltung und alles wird genau fixiert.
    Im Wald ist es ähnlich, jedes Geräusch aus einem Gebüsch löst eine Fluchtreaktion aus.

    Inzwischen gehe ich oft mit dem Kleinen spazieren und rede leise und beruhigend auf den Hund ein. Ich denke es ist auch schon etwas besser geworden.


    Ich frage mich jetzt ob ich solche Situationen die dem Hund Angst machen, wie starke Menschenansammlungen oder ähnliches, eher meiden oder lieber suchen sollte.

    Also einfach mal quer über den Wochenmarkt.
    Das wäre für den Hund sicher Stress pur. Für mich aber auch. :grübel


    Was ist der richtige Weg, dem Hund die Angst zu nehmen.
     
  2. #2 manowar, 04.08.2012
    manowar

    manowar Master

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    Hallo Tom
    Ich habe schon viele Jahre grosse Hunde.Und kann dir nur sagen wie ich das gemacht habe und hab.
    Die Erfahrung die ich gemacht habe,ist,das die Leine nicht zuviel Spannung haben sollte.Über die Leine überträgst du auch deine Anspannung und Unsicherheit.
    Das beruhigende Reden mit dem Hund,ist auch nicht das Richtige.Damit bestärkst du den Hund in seine Ängsten und evtl aggressiven Verhalten.
    Auch solltest du den Hund nicht ständig beim Namen nennen.Einfache Kommandos reichen meist.
    Was bei meinen Hunden auch geholfen hat,ist das du zum Beispiel ,wenn du ihn mit in ein Einkaufzentrum nimmst,mit ihm spielst.Machst dich zwar zum Affen vor den Leuten.Das lenkt den Hund aber vom eigentlichen geschehen ab.Und diese Reize immer wieder üben.Du wirst sehen es wird besser.

    Wie gesagt,ich bin kein Hundetrainer.Das sind meine Erfahrungen und Tipps.

    Gruss Kay
     
  3. #3 Zipfelfrosch, 04.08.2012
    Zipfelfrosch

    Zipfelfrosch Newbie

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    Wie sieht's denn mit anderen Hunden aus. Vielfach fühlen sich gerade Auslandshunde im "Rudel" wohler. Eventl gibt es einen Hund in Eurer Nähe mit dem sie sich anfreundet. Dann können die "Probleme" gemeinsam angegangen werden.
    Mein Jüngster (aus einer Tötungsstation in Kroatien) ist sehr wasserscheu. Aber wenn meine andern zwei zum Planschen ins Wasser gehen, dann traut er sich auch.
    Vielleicht ist ein anderer Hund auch Vorbild für Eure Maus. Manchmal machen auch Hundeschulen solche "Abenteuerspaziergänge" in der Stadt. Das wär super, da sind viele Menschen und Hunde....also kaum Zeit Angst zu haben! Und ein Profi ist auch dabei, der immer wieder gute Tipps gibt!

    Viel Glück
     
  4. #4 jeeptom, 05.08.2012
    jeeptom

    jeeptom Rhein Main Jeeper

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    Moin : gib5


    naja, es ist nicht so, das ich den Hund die ganze Zeit volltexte.

    Ich nehm die Flexleine etwas kürzer und somit den Hund näher zu mir.
    Wenn nötig gibts nur kurze Komandos wie, " weiter, komm, ruhig etc. "
    ohne Namen. Den Namen benutze ich nur um den Hund zu mir zu rufen, wenn er frei läuft.


    Unser anderer Hund ist diese Woche leider mit 13 Jahren verstorben.
    Von dem Rüden hat sich unser Mädchen leider auch negative Sachen abgeschaut.
    Zum Beispiel das man Bellen und Knurren muss wenn es an der Tür klingelt.
    Habt Ihr schon mal eine Hündin gesehen die auf drei Beinen stehend pinkelt und Revier markiert. :vogel


    Heute morgen bin ich mit Ihr über einen Flohmarkt geschlendert.
    Dabei war sie eigentlich unverhofft entspannt.
    Keine Probleme. Kein Bellen, Knurren oder Fluchtversuch.
    Nur wenn grössere Kinder oder Jugendliche aus sie zukommen versucht sie auszuweichen. Ältere Männer werden genau beobachtet.

    Es wird besser.
     
  5. #5 schnute, 05.08.2012
    schnute

    schnute Jeeper

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    Nun, das wichtigste ist ein sicherer Hund!!
    Dazu gehört das eindeutige Wissen was richtig und was falsch ist.
    Ein Hund kann mit Graustufen, also Ermessensspielräumen nichts anfangen.
    Was heute richtig ist, muss morgen, übermorgen, nächste Woche etc. auch richtig sein. Umgekehrt gilt dasselbe! Klare, immer gleiche Regeln, klare immer gleiche, kurze Ansagen sind wichtig. Das Tier braucht einen Rudelchef, der jederzeit eine klare Richtung vorgibt.

    Um diese Dinge leisten zu können muss der Mensch am anderen Ende der Leine Ruhe und Dominanz sowie absolute Sicherheit ausstrahlen. Dann vertraut dir dein Hund nach einer gewissen Zeit und macht mit.

    Fehlt dir selber die Sicherheit oder vermittelst du das du der jeweiligen Situation, Begegnungen mit anderen Hunden, viele Menschen, Lärm etc. selber unsicher gegenüberstehst, merkt der Hund das bevor dir das selber wirklich klar ist, und übernimmt für seinen "Chef" die Führung.

    Und das ist genau das was du unter allen Umständen vermeiden musst!!!
    Wenn du als Chef versagst, hast du einen unsicheren und damit unberechenbaren Hund und das willst du nicht.

    Mit einem klar bissigen Hund kann man umgehen, mit einem vielleicht bissigen Hund eher nicht!

    In guten Hundeschulen wird den Menschen das richtige Verhalten an trainiert, die Hunde lernen dann dein Verhalten als, hoffentlich souveräner Chef, zu verstehen und zu akzeptieren quasi nebenbei!!

    Gib niemals Kommandos die du nicht durchsetzen kannst, der Hund merkt sich solche Situationen und nutzt sie zu seinem Vorteil.


    Gruss Stefan
     
  6. #6 Spiderman, 05.08.2012
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    Ich arbeite beruflich mit "sogenannten Problemhunden" ohne eine vor Ort Begutachtung kann man keine Problemlösung geben.

    Wichtig ist immer das der Hundeführer Sicherheit und Ruhe ausstrahlt. Denk ich beim laufen zB: Jetzt wird er gleich bellen! Dann wird das dem Hund auch so vermittelt. Also eigene Unsicherheiten ablegen und falls es nicht klappt Hilfe bei einem Trainer, Hundepsychologen oder ähnlichem suchen.

    Es gibt da aber viele negativ Beispiele, also die Trainingsmethoden erst mal anschauen. Hundetrainer ist kein geschützter Begriff so darf sich jeder nennen der sich einbildet was zu können ...... Wichtig ist ein gewaltfreies Training wo nicht nur am Hund gearbeitet wird sondern auch dem Hundeführer Sicherheit vermittelt wird und evtl. Fehler korrigiert werden. Sollten Begriffe wie Würgehalsband, Stachelhalsband oder Stromhalsband fallen dann den Hund einpacken und gehen. Solche Methoden sind Tierquällerei und keine Erziehung oder Korrektur.
     
  7. #7 Shayariel, 06.08.2012
    Shayariel

    Shayariel Bye Bye du schöner WW

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    Hallo,

    ich selber habe so einen Hund. Siehst ein kleiner Mischling und ist mittlerweile 5 Jahre alt. Bekommen habe ich sie mit 12 Wochen, ja so,Jung und schon versaut.

    Ich habe mir damals eine Hundetrainerin nach Hause geholt die sicheren Hund bei mir angesehen hat, mit ihr hatte ich dann vor Ort viele Stunden spazieren gehen vor mir.

    Die Kleine heißt Buffy und es hat ein Dreiviertel Jahr gedauert und täglich große stundenlange, einfühlsame Spaziergänge, bis sie nicht mehr so ängstlich war.

    Sie geht aber immer noch nicht gerne auf einen vollen Wochenmarkt etc.

    Es wird wohl nie ganz weg gehen, aber sie ist so toll geworden und hört zu 95%
    Sie läuft ohne sich zu verstecken, bellt nicht andere Spaziergänger an, hat keine Angst vor anderen Hunden, Fahrrädern etc. Ist Super lieb, nur volle Plätze viel Lärm dabei, mag sie nicht.
    Wenn ich die Hand Hebe, ohne das ich ihr was will, duckt sie sich immer noch, natürlich hat sie von mir noch nie Haue bekommen.

    Ich denke ohne Hundetrainerin hätte ich das nicht geschafft, da diese Leute ganz speziel auf den Hund eingehen, dessen Bedürfnisse wesentlich besser erkennen als wir.

    Ein tolles Buch hat sie mir empfohlen um ein wenig besser auf die Signale der Kleinen zu achten, irgendetwas mit Beschwichtigungs Signalen, ich muss mal nachschauen ob ich das noch habe, dann gebe ich den Titel durch.
     
  8. #8 IndianJakysSpirit, 06.08.2012
    IndianJakysSpirit

    IndianJakysSpirit damals FlowerPower69 hier und im Jeep.de

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    Hi Tom

    uppsss Hundebesitzer unter sich lach ;-)
    Ich finde du machst alles richtig....ihr beiden müßt euch der Situation stellen!
    Du mußt ihr dein Vertrauen schenken und wenn du eben schweiß gebadet über den Wochenmarkt rennst :cool...aber da muß die Süße eben durch und du auch!
    Wenn sie das Verhalten an den Tag legt....ich würde alles ignorieren ..ok ab und an mal....mit ihr reden....Süße das machst du prima...wenn sie deiner Meinung normal reagiet.
    Gibst ihr ein Stück Fleischwurst:pfeiffen und weiter gehts! :genau
    Ich persönlich halte nichts von Hundetrainern oder sonstigen Gurus...warum?
    Weil sie deinen Hund nicht nach einer Stunde kennen......du schon!


    Sie hat mit Sicherheit eine bescheuerte Vergangenheit hinter sich....wie auch immer....und deshalb sollte sie zu Euch Vertrauen aufbauen!

    Und kein Hund ist perfekt....warum auch....wie sind es doch auch nicht!
    Wenn sie keine anderen Hunde mag.....muß sie doch nicht....wir mögen doch auch nicht jeden ;-)

    Man sollte nie vergessen...wir haben Hunde an der Leine und keine Meerschweinchen!

    Du hast ja mit deinen Methoden Erfolg...also weiter so!

    Viel Glück das schaffst du schon! Nimms locker und entspann dich!
    Je entspannter du bist....umso cooler der Hund!

    Liebe Grüße
    Steffi....achja ich habe auch so ne kleine bellende Fußhupe der zur Türe rennt und kläfft...........ja und ...mir ist das völlig egal...wenigstens einer von den drei Hunden der bellt! :-)
     
  9. #9 jeeptom, 07.08.2012
    jeeptom

    jeeptom Rhein Main Jeeper

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    Danke erstmal für die vielen Tipps. : gib5


    Inzwischen sind wir noch viel entspannter unterwegs.
    Ich rede kaum noch, und sie schaut sich immer nach mir um und orientiert sich wegen der eingeschlagenen Richtung.
    Andere Hunde werden teilweise ignoriert oder neugierig beschnuppert.
    Zweimal musste ich eingreifen, da hat aber der andere Hund das knurren angefangen. Ohje, da geht die Kleine aber ab. :argh


    Und morgen gehts wieder in den Wald zum Training. :genau
     
  10. #10 jeeptom, 07.09.2012
    jeeptom

    jeeptom Rhein Main Jeeper

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    kleines update

    inzwischen sind ein paar Wochen vergangen und beide Enden der Leine haben einigermaßen begriffen wie es am besten läuft. : gib5

    Und es läuft gut. Auch im Wald ohne Leine läuft mein Hundchen brav nebenher, ignoriert Jogger, Radfahrer und Wanderer.
    Manchmal läuft sie auch ein paar Meter vor mir und schaut sich alle paar Sekunden nach mir um. Wenn ich stehenbleibe kommt Sie sofort zu mir zurück und sitzt bei Fuss. Alles ganz ohne Kommandos oder Zwang.


    Nur ein paar betimmte Typen von Mensch mag sie gar nicht. Da wird hemmungslos geknurrt. Auch wenn uns beim Gassigehen jemand dicht folgt wird der Hund nervös.
    Und unseren Nachbar mag sie gar nicht. Der Mann ist behindert und braucht eine Gehhilfe. Der Dreibeiner ist Ihr nicht geheuer. :verrückt
     
  11. #11 Rene Koch, 07.09.2012
    Rene Koch

    Rene Koch Guest

    ...sehr schön, das es nun halbwegs klappt. Viele Ratschläge hier gingen ja auch in die selbe, richtige Richtung. Letztlich halte ich es wie Spiderman:

    "...ohne eine vor Ort Begutachtung kann man keine Problemlösung geben..."

    Die Wahrnehmung, die mir jemand am Telefon oder in einer Mail schildert, unterscheidet sich dann womöglich eklatant von der Faktenlage und vom Umgang und der Haltung des Tieres. "Falsche" Ratschläge aufgrund mangelhafter Information können schnell nach hinten los gehen.

    ...und wenn Steffi schreibt, das sie nichts von Hundetrainern hält, gebe ich ihr - wenn auch nicht in ihrem Sinne - Recht. Der Mensch muss trainiert werden, und nur der Halter kann dann den Hund trainieren.

    Gruß, René

    ...und unverschämterweise gleich "Werbung" in eigener Sache...

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