PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wild Campen in Europa


Raptor
25.07.2010, 17:55
Wild Campen in Europa

Wildes Campen ist in Europa immer ein Abenteuer - manchmal auch deshalb, weil die Polizei den Spaß beendet. Vor allem in nördlichen Ländern sind die Gesetze jedoch nicht so streng. Und wer sich ein wenig auskennt, findet großartige Plätze mitten in der Natur.

Für viele ist Campen der Inbegriff von Freiheit. Rund 1,7 Millionen deutsche Urlauber ziehen laut ADAC-Reisemonitor Zelt oder Wohnwagen Hotels oder Ferienwohnungen vor. Zeltplätze gibt es in Europa reichlich. Rar werden aber die ruhigen Plätzchen, wo man wild seine Zelte aufschlagen darf.
"Europa ist nicht mehr so wildromantisch wie es einmal war", sagt Stefan Thun, Chefredakteur des Camping-Caravaning-Führers vom ADAC in München. In den allermeisten Ländern ist freies Campen schlicht verboten. Nur in Estland, Lettland und Litauen, Norwegen und Schweden sowie in Irland und Spanien ist es noch erlaubt, Zelte mehrere Nächte in der freien Natur aufzustellen.
Doch selbst dort werden die einsamen Plätze rar. Vor allem an den Küsten seien die schönsten Flecken oft gut erschlossen, bebaut oder von Campingplätzen gesäumt, erklärt Thun. Wildes Campieren direkt am See oder am Meer ist dann meist nicht mehr möglich.

Jedermannsrecht in Schweden
Vor allem in den nordischen Ländern gehört das Campen jenseits der komfortablen Plätze aber noch zur Campingkultur. Am stärksten ausgeprägt ist diese in Schweden. Im Land von Pipi Langstrumpf kann man - zumindest für eine Nacht - campen, wie und wo es einem gefällt - auf Privatgrundstücken, am Meer, im Wald. Einfach so, ohne den Grundstückseigentümer zu fragen.
Diese Freiheit geht auf das sogenannte Allemansrecht zurück. "Das ist ein uraltes Gesetz, ein Jedermannsrecht", erläutert Viveca Burkhardt, Sprecherin von Visit Sweden in Hamburg. Ein paar Spielregeln gibt es schon: Man darf sich nicht in der Sichtweite von Häusern niederlassen, offenes Feuer ist verboten.
Das Allemannsrecht gilt allerdings nur für Wanderer und Radtouristen. Wer mit seinem Caravan unterwegs ist, darf diesen zur Nachtruhe aber immerhin noch auf öffentlichen Parkplätzen abstellen - also zum Beispiel auf dem Rastplatz, am Ende der Straße oder direkt am Strand, erläutert Burkhardt.
Anders in Dänemark: "Mit Wohnwagen und Campingmobil muss man auf die Campingplätze", sagt Stefanie Czechowsky von Visit Denmark in Hamburg. Lediglich für das klassische Zelten gebe es mehr Freiheiten.
Czechowsky empfiehlt das Zelten in Wald und Feld: "In 40 dafür ausgewiesenen Wäldern ist es erlaubt, mitten in der Natur mit dem Zelt zu übernachten." Am Strand und in Touristenorten wie auf der Insel Rømø oder im Nordseestädtchen Løkken muss man aber abends die Zelte abbrechen: Die Polizei patroulliert und verhängt Bußgelder von bis zu 500 Kronen (etwa 75 Euro).

In Frankreich wiederum ist das Campen in der freien Natur erlaubt, wenn der Eigentümer sein Einverständnis gibt. Dies gilt faktisch aber nicht an der Küste. Gemäß einem alten Gesetz gehört diese allen Bürgern. "Deswegen kann keiner die Zustimmung geben", erklärt Nadja Hohmann von Atout France in Frankfurt. Auch in der Nähe klassifizierter Sehenswürdigkeiten ist das Zelten nicht gestattet.
"Man darf nicht unter dem Eiffelturm oder in Natur- und Wasserschutzgebieten campen", so Hohmann. Macht man es doch, kassiert die Gendarmerie bis zu 1500 Euro.

Die Polen sind da großzügiger. Zwar ist das "schwarze" Campen von der Pommerschen Bucht bis in die Waldkarpaten verboten. Aber in 20 Jahren hat man im Tourismusverband noch nicht von einer einzigen verhängten Strafe gehört, berichtet Magdalena Korzeniowska vom polnischen Fremdenverkehrsamt in Berlin. Besonders in Regionen mit viel Natur sei das Zelten an Seen beliebt. Und auch an der Ostseeküste wird trotz Verbots oftmals der Schlafsack ausgerollt. Trotzdem empfiehlt Korzeniowska, beim Bauern auf der Weide die Zelte aufzuschlagen. "Da gibt es frische Eier und polnische Spezialitäten obendrauf."

Wer in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem Caravan auf Bundesstraßen-Raststätten übernachten will, darf dies maximal eine Nacht lang tun, um sich auszuschlafen, erklärt Manuela Moedlhammer von Austriainfo in Wien. In Spanien darf man einzig in ausgewiesenen Übernachtungszonen die Nacht über parken, sagt Maria Hernández Medina vom spanischen Fremdenverkehrsamt in Berlin.

Besonders streng sind die Regeln laut ADAC in den Niederlanden, Portugal, Griechenland, Kroatien, Serbien und Mazedonien sowie in Rumänien, Russland, Bulgarien, der Slowakei, Slowenien, Ungarn und Tschechien. Man darf weder auf Parkplätzen und Raststätten stehen, um sich über Nacht zu erholen. Noch darf man auf Privatgrundstücken seine Zelte aufschlagen.

Mit einer guten Vorbereitung müssen Individualisten dennoch nicht auf einzigartige Erlebnisse in der Natur verzichten, so ADAC-Experte Thun. "Schöne Alternativen zum wilden Campen sind Plätze mit kleinen Zellen." Kenner können zum Beispiel ganz legal in Dünen campieren: auf der Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst oder auf Europas größter Wanderdüne, der Dune du Pyla an der französischen Atlantikküste bei Arcachon. Auch in der Mittelmeer-Region finden sich vom südlichen Teil der dalmatinischen Küste in Kroatien bis zur Steilküste der spanischen Costa Brava viele traumhafte Orte. Thuns Fazit: "Das sind Plätze mit kleinen Parzellen und wunderschönem Panorama, welche man mit niemandem teilen muss."

Quelle Spiegel Online
 
Wird man in Deutschland Erwischt!

Was nun – und die Folgen

Die typischen Personengruppen die dem Wildcamper Probleme bereiten sind: Förster, Polizei, Privatgrundeigentümer und "engagierte" Mitbürger
Hält man sich an die Regeln des gesunden Menschenverstandes und an die hier entwickelten Verhaltensgrungsätze (http://wild-campen.de/verhaltensregeln/) passiert in der Regel nichts Schlimmes.
Man wird, meist höflich, gebeten kein Müll zu hinterlassen und sich zu benehmen. Im schlimmsten Fall wird man verwarnt (mit Aufnahme der Personalien) und aufgefordert weiterzuziehen.

Übrigens: Jäger können dir keine Weisungen geben oder dich zu etwas zwingen. Dazu ist nur die Polizei befugt!
Anders ist das mit Forstbeamten. Diese üben in Wäldern Hoheitsrechte aus und sind befugt Ausweise zu kontrollieren oder, in Extremsituationen, auch Leute vorübergehend festzunehmen.

Kommen mehrere negative Faktoren zusammen muss man aber mit einem Bußgeld rechnen. Dieses wird dann pro Person verhängt.

Solche negativen Faktoren sind vor Allem: Müll, Feuer, Naturschutzgebiete, unangebrachtes Verhalten.

Oftmals kommt man schon mit einem Verwarngeld von 5€ davon. Meistens werden verkraftbare Bußgelder von 5€ – 80€ verhängt.
Die möglichen Bußgelder reichen aber weit nach oben: Bis zu 500€ (Pro Person!) sind möglich. Dies wird aber nur die Ausnahme sein, denn dazu muss man sich schon etwas geleistet haben. Beispiele hierfür sind wilde, ausgelassene Parties mit Ghettoblaster und Lagerfeuer im Naturschutzgebiet und Sachbeschädigung.

simplydynamic
29.07.2010, 18:43
Steht zwar Europa, aber ich sag mal was zu USA.....

Man darf jeden verdammten Waldweg (Forest Road) reinfahren.
Dort mitten im Wald und Natur bis zu einer Woche campen.
Feuer machen (aber bitte aufpassen das man es richtig löscht)
Mit seiner Schußwaffe ein paar Tannenzapfen runterholen ( Nicht in der Nähe von Gebäuden schiessen)
Usw.
Noch Fragen ??

:traurig3:traurig3

Das gilt für Arizona. Schätze aber andere Bundeststaaten handhaben das ähnlich.....
Zumindest in den meisten in denen ich war gab es Anzeichen dafür.


Ach wann geht mein Versetzungsantrag für USA endlich durch....:traurig2:argh

Raptor
29.07.2010, 19:39
Ja, ich weiß. :genau

Europa kann schon ein Gefängnis sein. :traurig2

needlees
30.07.2010, 16:04
(...) aber ich sag mal was zu USA.....

Man darf jeden verdammten Waldweg (Forest Road) reinfahren.
Dort mitten im Wald und Natur bis zu einer Woche campen.
Feuer machen (aber bitte aufpassen das man es richtig löscht)
Mit seiner Schußwaffe ein paar Tannenzapfen runterholen ( Nicht in der Nähe von Gebäuden schiessen)
Usw.
Noch Fragen ??

:traurig3:traurig3

Das gilt für Arizona. Schätze aber andere Bundeststaaten handhaben das ähnlich.....
Zumindest in den meisten in denen ich war gab es Anzeichen dafür.



Alles was du sagst stimmt !
Ich selbst habe mich über Jahre in den USA "herumgetrieben"; die riesigen
Weiten (fast) kreuz & quer mit dem eigenen Auto durchfahren. Manchmal
dauerte eine solche Tour 8 Monate ...und häufig sogar, bin ich für Wochen
in wirklich purer Wildnis "verschütt" gegangen.
Leider gibt es kaum Bilder; als Tourist war ich nämlich nicht drüben und hab'
mich auch nie als Einen betrachtet...

http://www.jeep-community.de/uploads/driverlicenseFL.jpg

http://www.jeep-community.de/uploads/3Siskiyou.jpg

http://www.jeep-community.de/uploads/1Siskiyou.jpg

http://www.jeep-community.de/uploads/19Siskiyou.jpg

...es gibt eigentlich nur eine Regel (Verbot) dort, welche heißt:
................"Zünde den Wald nicht an !!!"



PS.:
Tannenzapfen habe ich tatsächlich ebenfalls heruntergeschossen - :genau
Man(n) muß ja in Übung bleiben - grins - ist auch 'ne vernüftige Tätigkeit
gegen Langeweile ...bevor du auf noch andere dumme Gedanken kommst.
Beispielsweise dich mit den wilden Viecherln anfreunden. Hab' ich mal mit
Puma und Schwarzbär gemacht... habe wohl ein Händchen für sowas.
Ist aber ein schwerer Fehler; die Tiere verlieren ihre angeborene Scheu
vor dem Menschen. Es kommt unweigerlich zu Mißverständnissen...
...und die Tiere zahlen (häufig) mit ihrem Leben dafür.
Ich bin ja nicht überall vor Ort, um sie dann zu schützen.

:ciao


.
.
.
.

Nordmann
08.08.2010, 19:55
Ich hab noch Nie Probleme gehabt auch beim Wild stehen an stellen wo Tupperware und weißes Plastik gaar net erst hin kommen ( Müllentsorgung und kein Offenes Feuer vorausgesetzt ) Bei Kritischen Stellen wurde dem Gegenüber signalisiert sofort weiter zu ziehen was aber bis jetzt noch nicht von Nöten war!Im Gegenteil wurden ehr Wir Belästigt von Frage Antwort Spielen über Unser Gefärt!Letztes Wochenende standen Wir mit 2 Fahrzeugen auf einem Schützenplatz einer kleinen Gemeinde und durften dort nach Absprache ( zufällig gerad da)des Verwalters gerne stehen bleiben !
Ich denke Wer nett fragt darf in D auch meist bleiben!

Raptor
08.08.2010, 23:53
Ja nun, Schützenplatz - Dorfplatz - alter Sportplatz - Wiese hinter dem Bauernhof oder auf einem Parkplatz, das ist ja nicht wildes Campen. Dort hat der Förster nichts zu sagen.

In der freien Natur ist das Problem mit dem wilden Campen. Die meisten verstehen darunter das man tagelang an dem Ort verweilen würde, aber es ist ja auch für eine Übernachtung bei der Durchreise schon eine Schandtat.

Das fängt auf einer Waldlichtung am Waldrand oder an einem Ufer vom See - Bach oder Fluß an, wo kein Privatland ist.

Da ist gleich ein Vogelschützer, Botaniker, Umweltschützer, Spaziergänger, Radfahrer, Regenwurmspurenleser, und den Förster nicht zu vergessen, die alle Frosch und Lurch beschützen wollen und jeder als erstes zum Handy greift um sofort dem Recht auf die Sprünge zu helfen.

Und dann noch diejenigen denen es nicht um Naturschutz oder Umweltschutz geht sondern einfach nur aus Geltungssucht um dann den großen Held zu geben der alles aufgedeckt hat.

Aber die Gesetze sind hier eben so, wenn man z.B. am Rand eines Feldweges übernachtet, das man sich dem wichtig tun der Standartbürger und denen die gleich Schreien, ich weis was - ich hab da was gesehen - und sich damit einen Namen machen wollen, ausgesetzt ist.

Die was nicht mit der Strömung Mitschwimmen werden immer mit Argwohn betrachtet und werden mit Vorsicht beobachtet.

So wurde es bei den Hexenverbrennungen auch gehandhabt.

Heute gibt es keine Scheiterhaufen mehr, aber Ferngläser mit selbsternannten Gesetzeshüter.

Nordmann
11.08.2010, 18:13
:-)Die Altersgruppe die Du ansprichst hat mein Fahrzeug damals beim Bund gefahren da hab Ich wohl nen Vorteil!;-)
Also selbst in Waldwegen an Baggerkuhlen und selbst in Deutschland am Strand hatte Ich noch keine Probleme!

Wilfired75
12.08.2010, 21:05
Bei allen unseren Reisen innerhalb Europas seit nun schon 15 Jahren übernachten wir immer in der "Wildnis" am Straßenrand oder auf Feldwegen.
Da wir grundsätzlich bis Mittag ausschlafen (wenn wir im Urlaub sind), bevor wir weiterfahren, könnte man also durchaus von "1/2 Tag Wildcampen" jeden Tag sprechen.

Wir haben noch in keinem einzigen Land Europas irgendwelche Probleme dabei gehabt!

Wild-Campen forever!

PS: Ich meine natürlich das Übernachten im Auto, nicht im Zelt (wir sind ja Offroader und keine Camper hier, oder?) :bähh